Hochschule München - Labor für Geodätische Messtechnik
Zusammenarbeit bei der dreidimensionalen Kartierung und Dokumentation von Höhlen und Eisfeldern in alpinen Gelände
Am Fuße der Ostwand des Watzmanns im Nationalpark Berchtesgaden liegt Bayerns 100. schönstes Geotop – die Eiskapelle. Lawinenschnee von der Ostwand speiste diese am tiefsten gelegene permanente Firneisablagerung in den Bayerischen Alpen. Schmelzwasser sickerte in die Eismasse ein und bildete ein aktives Höhlensystem. Je nach Niederschlag und Jahreszeit veränderte sich die Form der Eisoberflächen ständig. Seit 1994 wird das Höhlensystem jedes Jahr im Spätherbst von Höhlenforschern vermessen. 2025 war das Eisfeld dann vollständig abgeschmolzen.
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Angewandte Karst- und Höhlenkunde, der Technischen Universität München und der Hochschule München wurden bisher sechs Vermessungskampagnen zur dreidimensionalen Kartierung der Eismasse durchgeführt.
Nationalpark-Magazin “Vertikale Wildnis” des Nationalparks Berchtesgaden:
Eisige Schönheit -Vertikale Wildnis 32, 2018
Schwindende Schönheit - Vertikale Wildnis 45, 2024
Pressemeldung Nationalpark Bgd zum Einsturz der Eiskapelle 09.09.25

Im Jahr 2017 wurde im Rahmen des Förderprogramms für Schutzgebiete im Kaukasus eine Umweltverträglichkeitsprüfung für eine Schauhöhle in Georgien für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erstellt.
Aufgrund zuvor gemeldeter negativer Umweltauswirkungen von Besuchern auf das Ökosystem der Höhle, einschließlich der Lampen-Flora, wurden die mit dem Betrieb der Schauhöhle verbundenen Umweltrisiken vor Ort in Georgien bewertet.
Zu diesem Zweck wurden Themen wie das Beleuchtungssystem, die Biodiversität, das Höhlenklima, die Geologie und Hydrologie, die Besucherwege sowie der Tourismus untersucht und Empfehlungen für ein verbessertes Umweltmanagement erarbeitet.

Im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz wurden zwischen 2015 und 2016 acht Höhlen in den Bayerischen Alpen aus zoologischer Sicht untersucht. Die Standorte wurden mehrmals besucht, um ein ganzjähriges Bild zu erhalten. Sechs Höhlen befinden sich in FFH-Gebieten, drei in Naturschutzgebieten und zwei hatten keinen Schutzstatus; eine davon ist eine Schauhöhle.
Dazu gehören das Gamsbockloch im Oberallgäu, das Angerlloch bei Garmisch-Partenkirchen, die Wendelsteinhöhle, die Große und Kleine Spielberghöhle bei Rosenheim, das Schwarzbachloch sowie das Schuster- und Schneiderloch im Berchtesgadener Land. Insgesamt wurden 231 verschiedene Tierarten gefunden, darunter seltene Arten und Erstnachweise.
Der Abschlussbericht wurde von Ulrike Scharf, der bayerischen Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz, am Wendelstein vorgestellt.
